Aus dem Nest gefallen XXI


Mark Freeth Sparrow Conflict CC BY 2.0

CC BY 2.0 Mark Freeth

Während seiner Rundreise ist der Sperling ab und zu mal zu Hause und will nach dem Rechten sehen – wie läuft es im Nest, was schreibt die Zeitung, sind alle zufrieden und was läuft so auf Tswittscher? Und so zuerlässig wie die deutsche Müllabfuhr war da mal wieder großes Gemecker – nur warum war nicht ganz klar.

Kurz zum Anlass gesagt: Die Landtags-Piraten stellten, zusammen mit dem Oberspassvogel von der PARTEI, einen netten Kandidaten (Besitzer eines schwarzen Anzug) für den obersten Zaunkönig (das ist so ein Grüß-August) auf, kamen damit – nach langen Jahren – mal wieder in die Presse und hatten dabei eine Menge Spaß.

Andere Piraten fanden das nicht so toll, zumindest war das die Botschaft, die sie verbreiteten. Man würde damit ja die PARTEI fördern, und überhaupt, wie könne man ohne vorherige Absprache mit ihnen einfach so kooperieren – und das auch noch mit Erfolg? Dass das alles so nicht stimmte, dass sehr wohl vorab informiert wurde und jeder, aber auch wirklich jeder es seit Montag hätte wissen können, wenn er nur die Pads gelesen hätte – das wird dabei gerne verschwiegen.

Der Sperling sieht, zumindest bei einigen der größten Krawallmacher, etwas vollkommen anderes dahinter. Es geht nicht darum, sachlich Kritik zu üben oder konstruktiv Dinge anzumahnen. Es geht darum, den innerparteilichen Gegner, sozusagen über Bande, anzugreifen und ihn fertig zu machen, indem man seine Arbeit kritisiert. Man will nicht, dass er Erfolg hat, schon gar nicht in einem Bereich, in dem man selbst gut zwei Jahre versagt hat.

“Das ist das alte Spiel”, sagt sich der Sperling, und dem kommt man auch nicht mit Fakten bei – das ist pure Emotion, sozusagen postfaktische Kritik. Es ist für die Selbstreinigungskräfte unserer Partei beschämend, das es immer noch solche Leute bei uns gibt. Und es ist peinlich, das so wenige das durchblicken und sich in Mumble-Runden aufhetzen lassen.

Wir sollten die Krawallmacher identifizieren und ein für alle mal klarstellen, das wir das in Zukunft nicht mehr dulden. Auf jede als sachliche Kritik getarnte Trollerei sollte klar und resolut reagiert werden – offen ansprechen, was man darüber denkt, ohne Versteckspiel Contra geben und mit den notwendigen Mitteln reagieren. Sonst werden wir dieses unsoziale Verhalten nie los.

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Quelle: Flaschenpost
Autor:

Datum: Sonntag, 12. Februar 2017 21:24

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